158 | Ein verhallender Appell

Wir gingen schnellen Schrittes
um den herbstlichen Kanal
und wichen den dunklen Pfützen
aus – oder nein –
Du sprangst mit Deinen roten Stoffschuhen
mitten in eine hinein.

Wir sprachen, was geplant sei
und ich sah, dass es in einen
kraftzehrenden Kreis hinein führt,
wenn Du das Leben auf der Strasse
als Perspektive akzeptierst.

Ich versuchte Dich zu motivieren
und fragte nach Deinem Sohn.
Was soll er von Dir denken –
Papa was a rolling stone?

Leider antwortetest Du: „Ja.“
Da wurde mir bang.
Ich appellierte:
„Laß Dich nicht von den Extremen verführen.“
Doch ich spürte, dass es ungehört verklang.

Du wolltest nicht versprechen,
dass Du nicht wieder auf die Strasse gehst.
Es macht mir grosse Sorgen,
dass Du dem Sog des Lebens
als Überleben nicht widerstehst.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*