152 | Nachtseite

Die frühherbstlichen Schatten – dunkel und tief –
führen kühl in die Winterzeit des Lichts.
Der Tanz des Staubkorns in der Sommerglut
ist nicht mehr als eine Erinnerung, wenn auch mir lieb.

Die ungeheure Nacht kündigt sich an
und greift um sich. Schlüpfe in jeden Strahl des Tags
und hoffe, dass die Erinnerung
mich durch die finstere Zeit trägt.

Ich hoffe auch, auf eine neue Frühlingssilbersichel des Mondes
im April und dass die Luft wieder gefüllt von Rosenduft
und mir ein schmelzzarter Kuß
wird gewährt.

Doch sinkt mein Mut,
wenn ich spür, wie hart das Pflaster
unter meinen Schritten liegt.
Dann zweifle ich sehr, ob der nächste Sommerwind
mich bald schon wieder wiegt.

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