15 | Wirrnisse

Ich habe gehaust am Grunde einer Schlucht.
Das Haar hing mir in Zotteln
über Hals und Brust.
Kein Sonnenstrahl ist zu mir
da unten vorgedrungen.

Nur Nacht und Schatten kannte ich,
bittere Kälte und einsame Stunden.
Habe Rinde und Lumpen
um meine Füsse gebunden.

Ich irrte wirr
durch jene Schlucht
bis ein Pfad in den hellen Tag
vor mir lag
– an dessen Ende ich Dich,
mein Liebster, gesucht
und gefunden hab.

Ich nahm ein Bad,
schnitt Rosenblüten ab,
flocht sie ins Haar
und salbte meine Schrunden,
so habe ich hinauf ins Licht gefunden.

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