125 | Brennglas

Die Zeit umbrandet mich tosend.

Sie kriecht zäh und träg voran.

Sie hält mich in ihren scharfen Klauen.
Ich erfasse keinen Ankerpunkt
mit den getrübten Augen.

Schwarz rieselt das Phlegma

aus meinen Wunden.

Minuten werden mir zu Stunden.

Was einst stolz und schön gewandet war,

schleicht nun in zerschlissenen Flicken und Lumpen.



Nervös fiebere ich auf einen Gesang,

der tief getränkt von purpurner Melancholie,

anstimmt ein Lied mit schwebender Melodie.

Die feinen Töne, die in ihm wohnen,
werden gespeist aus dem Gespinst der Fantasie.

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