122 | Jahresende

Wieder steht zum Jahresende
schwarz und nackt vorm Haus
die Strassenlinde.
Und ganz wie im vergangenen Jahr
stehen auch die Fliederbüsche
entblättert da.

Wieder schweigen hohe Wände.
Keine Silbe dringt in winterliche Stille herein.
Bloß und kalt liegt die Strasse.
Und vergangene Frühjahrsmilde
und des Sommers Sonnenschein
ragen nicht in trübe Novembertage hinein.

Ganz vergeblich ist des Herzens klopfen.
Du bist fort, ich bin allein.
Und so streife ich durch der Kälte Pforten
und die Sehnsucht wird
auch in diesem Winter
eine wohlvertraute Begleiterin sein.

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