121 | Tagsüber

Wie wohltuend war
doch 
die klingende Stille

vergangener Nacht,
als ich durstig aufgewacht.

Wie anders ist das

bohrende Schweigen am Tag.



Wie nervtötend nervös tönt 

das summende Brummen 

einer mit mir gefangenen Fliege

in dem Zimmer in dem ich liege.

Wie lahm hängt mein Kiefer,
der früher zum Sprechen diente.



Wie schal ist der Geschmack,

der auf der Zunge liegt.

Wie langsam kriecht die Zeit.

Wie horche ich auf die Laute,
die vor den Mauern sind.

Wie präsent sind die Gestalten 

der Vergangenheit.

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