117 | Sonntagmorgen, 118 | George Floyd, 119 | Lamento

117 | Sonntagmorgen
Gedämpftes Licht suppt aus den Wolken.

Der Hibiskus blüht.
Auf dem Parkett – staubige Krusten.

Tote Fliegen,
die in den Spinnenweben
auf den Fensterbänken liegen.



Vom Bäcker ein Rosinenbrötchen.

Der Sonntag kriecht voran.

Verblasste Aquarelle gemalt aus Worten.

Ein zäher Morgen

dessen Verse holpern.

Der Tag hat gerade erst angefangen.

118 | George Floyd
Männer in Uniform nutzen ein Bagatelle,

um einen Zivilisten brutal zu Tode zu schikanieren.

Die ganze Welt kann das auf einem Video ansehen.

Sie kennen keine Hemmungen.


Es geht auch eine Drohung an die Zivilgesellschaft davon aus.

– Niemand ist sicher vor uniformierter Erbarmungslosigkeit und Willkür
mit der die Männer George Floyd das Recht auf Unversehrtheit nahmen.

119 | Lamento
Ein Ring von Bitterkeit und Schmerz

liegt dornig um mein einsames Herz.
Kein Honigduft kann es besänftigen.

Aus meinen Augen tropfen salzige Tränen.



Nicht Sonne, noch die hohe Luft

kann meine Einsamkeit bezwingen.

Kein Vogellied kann so schön klingen.


Ach, ich freute mich,

könnte ich doch neue, wohltönende Melodien erfinden,
– von Liebe, Frühling und Freude wollte ich Euch singen,
doch gerade das will mir nicht mehr gelingen.



Verzeiht mir bitte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*