Gab es eine Alternative?

Gab es zum Ausgang unserer Geschichte eine Alternative? Konnten wir der Gewöhnlichkeit entkommen, indem wir Brei rührten und aneinander festhielten?
Ich wußte eigentlich mit Anfang Zwanzig schon nicht weiter und tauchte dann mit Mitte Zwanzig ab in eine bunte Welt der Halluzinationen. Alles leuchtete in überstarken Farben und Gefühlen, die meine Seele malte, weil die Wirklichkeit unerträglich und beängstigend war. Ich war danach ratlos. Würde ich mich nicht besser verständigen können, wenn ich meine Erfahrungen mit den Erfahrungen aller Welt teilte? In dieser Welt, in der jeder sein Lied zu haben schien, während mir dies verwehrt war, suchte ich nach meiner Stimme und sang dann Dein Lied, weil ich meines nicht richtig hören konnte. Besorgt lauschte ich auf Deine Wünsche. Würden sie mir einen Platz garantieren, den ich einnehmen durfte? Ich hatte mich getäuscht zuvor. Wie sollte ich mit meiner unsicheren Weltkenntnis meinen Pfad allein finden? Meist atmete ich flach, denn ich war damit beschäftigt herauszufinden, ob meine Mitwelt einverstanden war mit dem, was ich war und tat. Eine tödliche, tiefe Einsamkeit kroch mich immer wieder an und ich verzweifelte, weil ich sie nicht überwinden konnte. Was ich tun konnte, um Dich zu binden, tat ich und als ich geschwächt war und meine Rolle nicht einnehmen konnte, war es vorbei.
Es ist jetzt alles gut. Ich wurde für meine Indifferenz nicht belohnt, aber ich hätte es auch nicht länger ertragen, ohne eigenes Lied zu sein. Immer noch brauche ich für meine Entscheidungen lange, aber ich treffe sie ganz.

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