109 | Hier oben

Langsam kehrt Abendruhe in die

Betriebsamkeit vor der Tür ein.

Unterm Fenster ebbt der Verkehr ab.

Hin und wieder knattert ein Moped 

durch die enge Straße.



Unablässig schallt das Ticken 

der Zeitschaltuhr am Thermostat.

Kein Plan hat heute geklappt.

Eine gefangene Fliege brummt 

nervös durch den Raum.



Der Duft des Parfums steigt
warm 
vom Hals zur Nase auf.

Zum Schreiben hole ich die Brille raus,

halte den Atem an und lausch.

Ein Nachbar holt klappernd die Post
aus dem Kasten heraus.



Die Sohlen quietschen treppauf
über das Linoleum.

Verbringe so Stunde um Stunde,

Jahr um Jahr,

abgeschieden im stummen Turm
der Isolation.

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