100 | Dunkelheit

Dunkel umschliesst mich das Blau 

der gedämpften, samtenen Nacht.

Ich tauche hinab 

und vergesse, dass es Licht und Tage gab.



Von der Stirn rinnen heiss 

die Tropfen strömenden Schweisses.

Fahl leuchten der Mond und die Sterne 

vom finsteren Himmel herab.



Erschöpft gleitet der Abend in die Dunkelheit.
Drückend erfasst mich unruhiger Schlaf.

Selbst im leuchtenden Glanz des Frühlings

habe ich die Tage im Schatten verbracht.

101 | Als ich Dich traf
Wie auf Schwingen ging ich dahin,

als ich Dich traf – so rund, so fest und weich.

So selig war mein Mund,
als Du Deine Zunge darin bargst.



Du löschtest meinen Durst,

als Deine vollen Lippen auf meinen lagen,
als seien sie ein Brunnen 

und an klarem, süßen Wasser reich.

Wie schauerte es mich wohlig,

als Dein warmer Atem
in meine Ohrmuschel drang.

Wie zärtlich war Dein liebes Wort,

das Du hinein gehaucht.



Es stand ein feiner Sichelmond

am hellen Abendhimmel 

über unserem geliehenen Bett,

als Du bei mir gewohnt.

Der Klang des Nachtigallengesang
schenkte uns mit seiner Jubelmelodie

ein ganz besonderes Liebeslied,
auch wenn es bald schon Abschied nehmen hiess.

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