100 | Augustnachmittag

Die S-Bahn klingelt von
Station zu Station.
Am Wannsee wartet die Fähre schon.
Sie gleitet über den See nach Kladow.

Der Ausblick über’n Bug ist
mit Segeln bestückt.
Die Boote stehen still,
weil kaum ein Wind wehen will.

Vom Anleger geht’s im Slalom
um die dunklen Pfützen herum.
Am Ufer der Havel stapfen wir
durch den Wald.
Die Wolkendecke reisst auf.

Wir ziehen unsere Jacken aus.
Hinüber zum Sacrower See müssen
wir einen steilen Hügel hinauf.
An der Badestelle watest Du nackt
in das kalte, klare Wasser.

Du drehst fröstelnd um bevor
es Deinen Bauch erreicht.
Eine schöne Göttin,
die den Fluten entsteigt.

Wir gucken in der Gärtnerei,
ob es Schmorgurken gibt
und da es nicht so ist,
nehmen wir eine dralle,
grüne Zucchini mit.

Im Sommergarten des Rittersaals
machen wir Rast
und schmausen Pilzgerichte
und einen kleinen Salat.

Warmer Apfelstrudel rundet
unser Mahl ab
und gestärkt lenken wir unsere
Schritte auf den Pfad,
den wir gekommen sind,
zurück nachhause.

Regenwolken ziehen auf,
doch wir werden nicht nass.
In Kreuzberg glänzt
der feuchte Asphalt,
als ich aus der Bahn aussteige.

Ich atme die frische, feuchte Luft
während ich mit dem Gemüse in der
Hand über die Monumentenbrücke
meiner Wohnung zueile.

So muß das Leben sein.
Das war eine schöne Weile.

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