03.05.2016 | Arbeitsplatzbeschreibung Stadtplanung – aktuelle Zerstörung von Berlins Mitte

Was lese ich heute im Tagesspiegel unter dem herzzereissenden Titel:

„Die Stadtplaner sind nicht mehr Herr der Stadt“?

„Unübersehbar aber wird die Produktion von urbanen Räumen heute durch flexible, dynamische Strategien beeinflusst, die weniger um die Planungen der Kommune kreisen, sondern sich in unübersichtlichen informellen Prozessen aus der Eigeninitiative von zivilgesellschaftlichen Akteuren heraus entwickeln. Diesen Prozessen ist inhärent, dass sie zunächst in einer Gegenposition zur offiziellen Stadtplanung stehen, in Leerräumen und Nischen operieren.“
„Stadt braucht eine baulich-räumlichen Verständlichkeit, die korreliert mit Erfahrungen, Nutzungen und Beziehungen im täglichen Leben. Das Wort Kultur stammt schließlich vom Lateinischen cultura: Sorge um etwas. Gestaltung ist nicht ästhetischer Selbstzweck, sondern Ausdruck des Umstandes, dass man sich kümmert.“
https://causa.tagesspiegel.de/die-stadtplaner-sind-nicht-mehr-herr-der-stadt.html

Realität Beispiel 1, das Stadtplaner in Berlin mittragen, von gestalten will ich nicht reden:
Nachfolgend sehen Sie, was Stadtplanung zuläßt – hier wird aktuell der Sargnagel in einen bau- und stadthistorisch wichtigen Platz und eines der schönsten Schinkelschen Nachlasse eingeschlagen. Karl Friedrich Schinkel Großmeister der Architektur und Gestalter von Stadträumen – auf den sich nicht zuletzt die Architekten des Bauhauses als Lehrmeister berufen haben, wir wohnen der Zerstörung diese Erbes bei. Demnächst wird der Platz zwischen den Denkmälern im Vordergrund und der Friedrichswerderschen Kirche zugebaut, das Gebäude ist durch eine unangemessen nahe Bebauung auf der anderen Seite bereits stark beschädigt, nun wird mit gleichen Folgen auf der anderen Seite genagt. https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrichswerdersche_Kirche
sargnagel

Realität Beispiel 2 – Gleich gegenüber entsteht „Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Fake-Architektur“, deren Sinn es zu sein scheint – nicht mehr zu zeigen, was vorher allerschönstens in Dahlem zu sehen war. Da der größere Teil der Sammlung des Ethnografischen Museums in den Magazinen verschwinden wird. Dies nennt sich Humboldt-Kuturforum.

Berlins Mitte wird dann auf jeden Fall extrem verdichtet. Es wird dort kaum noch ungedeutete Freiräume geben. Verschenkt wurde die Möglichkeit – die plurale Demokratie zu würdigen…
fake_architektur

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*