10.04.2016 | Try to get rid of Ego? (Stichwort: Gewalt, Gier und Neid), Wuwei, Taiji, Kunst und andere krause Gedanken

Our body is a very precious instrument.
The body is not the music itself. سیمین
your_body_is_your intrument

Enjoy someone practice with a handicap || – Fächerform, practice with a fan

Die Fähigkeit eines Ich-Bewußtseins ist die Vorrausetzung für ein Du-Bewußtsein
Sehr häufig lese ich, das „ich“ sei eine Illusion. Das ist in dieser Verkürzung eine Entstellung des „Konzeptes der Leere“ in den östlichen Philosophie-Traditionen, wie sie im Buddhismus und im Daoismus zu finden sind. Menschliches „Ich“ existiert sehr wohl – verstanden als Kontinuant in einem Entwicklungsprozess mit zeitlicher Begrenzung. Es bildet das Tor zu einem „Du“-Bewußtsein. Aus dieser Perspektive betrachtet, könnte ein sehr „hungriges“ Ego, die Anlage zu einer sehr mitfühlenden, verbundenen Persönlichkeit zu wachsen, in sich bergen.
„So nennt Rosenberg jede Form von Gewalt einen tragischen Ausdruck eines unerfüllten Bedürfnisses.“ – also in diesem Fall dann – unerfüllte Bedürfnisse des „Ichs“ führen zu einem „needy Ego“. Um zum „Du“ zu gelangen, ist die Voraussetzung nicht, das „needy Ego“ zu verdammen oder zu verleugnen, sondern die wirklichen „Needs“ zu erfüllen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Gewaltfreie_Kommunikation

Principle of „Wuwei“ (Daoistic term) shown by a dog
Note: When I saw this video for the first time, I remembered that once someone said. Don’t allow a dog carry a bough as thick and heavy as this, it’s dangerous – it could hurt the dog.

Perlen | perls März 2016, Berlin

Zwei sich ergänzende und ermutigende Positionen zum Leben und zum Tod, zu finden in direkter Nachbarschaft… Beide von Philosophen, beide geprägt vom dialektischen Materialismus.

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Danke für die Erlaubnis das Foto hier zeigen zu dürfen liebe, überaus talentierte Sandra Rummler.
Mehr zu Herbert Marcuse, der hier auf jeden Fall das letzte Wort hatte.

brecht_and_me
Brechts letztes oder vorletztes Gedicht bevor er 1956 verstarb. http://www.kahl-marburg.privat.t-online.de/Kahl_Brecht-Charite.pdf

Perle des Tages | Hafez 77 – Diwan der Ghaselen I

burning_heart

Sahst du, dass die Liebste nichts wollte,
als Härte und Grausamkeit zeigen?
Sie hat mir die Treue gebrochen –
mein Leid fand kein Mitleid bei ihr.

O Herr, straf‘ sie nicht, wenn sie mir auch,
ohne Ehrfurcht im Heiligtum jagend,
mein Herz wie eine Haram-Taube*
zerschmetternd und umgebracht hat …

Es war wohl mein eigenes Schicksal,
das mir dieses Unglück bestimmt hat –
niemals hätte sonst die Geliebte
so Güte und Großmut entbehrt.

O Saghi, bringe den Wein her,
und sage dann zu dem Gegner:
Bestreite es nicht uns – selbst Dschamschid,
er hatte nicht solch ein Glas!

Jeder Suchende, dem sich nicht auftat
seine geheiligt Türe:
Der Arme durchquerte die Wüste
und fand zum geweihten Ort nicht.

Den Ball der Beredsamkeit, HAFEZ
gewinne du, denn der Rivale,
er hatte keinerlei Wissen
und nicht das geringste Talent!

* Harams-Taube: Taube, die in einer heiligen Stätte haust; sie darf nicht einmal gestört, geschweige denn gejagt oder getötet werden.

22.08.15 | Nachtperlen – Point of no return | Dani Karavan: Hommage an Walter Benjamin

Dani Karavans Hommage an Walter Benjamin – „Passagen“
möchte ich eine Tages in Port Bou sehen:
http://kultur-online.net/files/exhibition/01_308.jpg

„„Es gibt nichts Epischeres als das Meer“, beginnt Benjamin einen Aufsatz über Döblins „Berlin Alexanderplatz“. „Man kann sich (…) zum Meer sehr verschieden verhalten. Zum Beispiel an den Strand legen, der Brandung zuhören und die Muscheln, die sie anspült, sammeln. Das tut der Epiker. Man kann das Meer auch befahren. Zu vielen Zwecken und zwecklos. Man kann eine Meerfahrt machen und dann dort draußen, ringsum kein Landstrich, Meer und Himmel kreuzen. Das tut der Romancier. Er ist der wirklich Einsame, Stumme. Der epische Mensch ruht sich nur aus.“ Obwohl der Stadtmensch und Flaneur Benjamin seine Schriften eher den Metropolen als der Natur gewidmet hat, stellen Meer und Küste für das Mahnmal einen wunderbaren Ort metaphorischen Bodens dar.“
http://www.mare.de/index.php?article_id=3467

„Walter Benjamin befand sich 1940 auf der Flucht vor der deutschen Gestapo. Er trug eine Aktentasche mit Manuskripten bei sich. Mit einer kleinen Gruppe unter Führung der Fluchthelferin Lisa Fittko überquerte er am 25. September die Pyrenäen, um in den spanischen Küstenort Portbou zu gelangen. Von dort wollte Benjamin, der ein Visum für die USA besaß, nach Lissabon weiterreisen. Aufgrund einer Herzkrankheit konnte er den Weg nur sehr langsam zurücklegen. Wider Erwarten wurde den Flüchtlingen in Portbou gemäß einer neu erlassenen Verordnung der spanischen Regierung die Einreise verweigert. Benjamin starb in der Nacht zum 26. September in seinem Hotelzimmer. Angesichts der für den nächsten Tag angekündigten Abschiebung der Flüchtlingsgruppe zurück nach Frankreich wird vermutet, dass er sich mithilfe einer Überdosis Morphium das Leben nahm. Benjamin ist auf dem Friedhof von Portbou bestattet, auf dem seit 1979 eine Tafel an ihn erinnert.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Gedenkort_%E2%80%9EPassagen%E2%80%9C

Vor einem Jahr, am 19. August 2014, verstarb die iranische Lyrikerin Simin Bebahani سیمین بهبهانی‎ im Alter von 87 Jahren

سیمین بهبهانی‎, Simin Bebahani wurde mehrfach für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen. Sie starb vor einem Jahr und war nicht ganz unumstritten, aber eine kritische, weibliche und gewichtige Stimme.
„Simin schrieb ihre ersten Gedichte im Alter von 14 Jahren im neuartigen Stil Tschâr Parreh (vierzeilige Strophen) von Nima Youschidsch. Auch ihre Sammlung an Ghazals (traditionellen Gedichten) ist bemerkenswert.“ wikipedia

For the dream to ride
You want to erase my beeing, but in this land I shall remain
I will continue the dance as long as I sustain
My verse as vast as a meadow, it’s universe is rooted in my homeland
In the world of ghazal, I’m a fleet-flooting galopping gazelle
I speak as long as I’m alive, fury, roar and revolt
Your stones and rocks I fear not; I’m flood, my flow you can’t halt
I don’t veil my hair, I’m not Gordafarid nor do I pretend
I’m not the woman you decide can lock up in your fortress end
I’m lightning, my silence will not adorn the sight
I’m prelude to thunder, till then I illuminate the night
Your arrow may give my eyes strain but chaising me it’s flying in vain
My back not bow. My head isn’t Esfandjar, I vow
I said what I said to defy or to cry; come what may
It’s the voice that shall remain I’ll wither away
Aiging and ailing, my steed still on my side
Horeseback no longer moves me, it is the dream to ride

Mehr über Simin Bebahani: http://iran-wissen.de/simin-behbahani-ist-gestorben/