01.05.2016 – Feiertag

Proletarier: „Klasse und ihre Definition besteht nach Marx im „doppelt freien Arbeiter“ – frei von Produktionsmitteln, die ihm ermöglichten sich selbst zu versorgen und frei, ihren einzigen Besitz, sich selbst bzw. genauer ihre Arbeitskraft zu verkaufen.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Proletariat

Empfehlungen:
http://www.hochschulsekretaerin.de/
https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_des_Deutschen_Metallarbeiterverbandes

19.03.2016 | Zum Equal Pay Day: Divide et Impera* oder die „Mütter sind sowieso immer schuld“

Heute ist wieder „Equal-Pay-Day“ insofern ein schmerzlicher Tag für uns Frauen, weil er uns daran erinnert, dass wir von der Emanzipation, der (Selbst-)Befreiung und gerechter Lebensverhältnisse weltweit, quer durch alle „Kulturen“ soweit entfernt sind, wie die Sonne vom Mond. (Wobei ich sagen muß, dass mich persönlich Männer „anderer“ Kulturen weit wertschätzender und freundlicher behandeln, als die meisten Altersgenossen/-innen meiner Peergroup). Und das wird so bleiben, solange Frauen auf das Prinzip Hoffnung setzen, solange wir uns aufspalten lassen und nicht gemeinsam voran gehen. Neid und Mißgunst untereinander, die Verinnerlichung des Konkurrenzprinzips, macht es den „Herrschenden“ möglich, dies fortzusetzen und fortzusetzen. All der Stolz in der westlichen Welt auf die Errungenschaften der Emanzipation ist eine Form von Selbstbetrug. Prekäre Beschäftigungsverhältnisse und (Alters)-Armut, Verhinderung von Zugang zu Bildungschancen sind weltweit (zwar nicht nur) „Frauen“-Probleme, doch überwiegend. Solange wir uns einreden lassen, dafür trügen wir schliesslich selbst die Verantwortung, solange wir mitmachen bei der systematischen Entmutigung und Entwertung und Entrechtung, solange wir unseren Müttern die Verantwortung für unser Unglück zuschreiben, solange wird sich daran auch nichts ändern. Solidarität, ein Begriff, der weil nicht erfahren, bei „uns“ nur müdes Achselzucken hervorruft.
Wir lassen uns in ein „Hauen-und-Stechen“ hineinziehen, dabei werden verschiedene Lebensmodelle zum Teil mit religiösem Eifer vertreten und einander gegenseitig übergestülpt oder angetragen. Es gibt dafür viele Beispiele, wir erledigen dabei das Geschäft der „Herrschenden“.

Ein Beispiel aus der jüngsten Zeit – die Kritik an dem Film „Suffragette“, soweit ich das verfolgt habe, ist zum größten Teil einfach dümmlich. Ein Hauptvorwurf, die Story anhand einer Arbeiterinbiografie zu erzählen, sei verfehlt, schliesslich sei die Bewegung „bürgerlichen“ Ursprungs. Ja, selbstverständlich ist der Ursprung „bürgerlich“, das hat was mit dem Zugang zu Bildung zu tun. Auch Karl Marx hatte einen bürgerlichen Bildungshorizont, deswegen ist die Arbeiter(innen)bewegung doch nicht bürgerlich oder liesse sich anhand Marx Biografie erzählen. Der Film zeigt aber nicht nur kämpferische Frauen, sondern vor allen Dingen solidarische Frauen quer durch alle Schichten/Klassen und alle Altersstufen.
Was mich persönlich sehr berührt hat in dem Film, waren die Druckmittel und Entwertungsstrategien der „Herrschenden“, die sich in all den vielen Jahren kaum geändert haben. Frauen versuchen durch Bettelei, Unterwürfigkeit und Wohlverhalten zu retten, was zu retten ist – andere Frauen, ihre Kinder. Sie werden dumm gehalten, konkret und subtil bedroht, dämonisiert und pathologisiert oder verniedlicht. (Meist folgt dann daraus der Vorwurf, sie seien manipulativ und intrigant). Solange Frauen keinen Zugang zu ökonomisch angeglichenen Verhältnissen haben, wird sich daran nichts ändern und dafür werden Frauen solidarisch eintreten müssen, sonst ändert sich daran nichts. Hierbei geht es nicht um existenzsicherndes Netzwerken, sondern die Einsicht, das wir Frauen uns miteinander global solidarisieren (und kämpfen ;)) müssen.

Welche von uns glaubt, das sei Schnee von gestern, sitzt der Täuschung auf, die das „Heilsversprechen“ der neoliberalen Wirtschaftsordnung ist – „jede(r) ist seines Glückes Schmied“ und unterwirft sich dem gnadenlosen, isolierten und für Frauen nicht zu gewinnenden Wettkampf, um die besten Plätze an der Sonne, bei dem die Frauen die Verlierinnen sein werden – aus dem einfachen Grund, dass die „Herrschenden“ etwas anderes zu verhindern wissen. Liebe Frauen, laßt Euch nicht ins Bockshorn jagen, schweigt einander nicht tot, zieht Euch mit. All die „schlimmen, bösen“ Mütter und Frauen vor Euch, die starken „verrückten“ und weniger starken Frauen sind für Euch eingetreten von Hedwig Dohm über Simone de Beauvoir, bis Rosa Luxemburg und Emiline Pankhurst. Aber auch die vielen unbekannten, namenlosen. Keine ist besser oder schlechter.

Solange wir einander sagen: „Du hast blaue Flecke – das ist doch nichts, andere werden noch viel mehr geschlagen, geh‘ zurück nach hause.“, solange wir uns gegenseitig entwerten und Entwertungen zulassen, solange wir zulassen, dass Mädchen ausschließlich für ihre Niedlichkeit gelobt werden, solange wir zulassen, dass bei Frauenäußerungen in der Öffentlichkeit auf Nebengleise, wie „Attraktivität“ abgehoben wird, solange Frauen sich für blöd und als „feministische“ Theorie verkaufen lassen, Frauen hätten sich den (erotischen) Projektionen der Männer zu unterwerfen, um diese zu befreien (nichts anderes als Prostitution), solange Männer damit bei Gericht durchkommen, dass sie Gewalt gegenüber Frauen zu deren eigenem Schutz ausüben, solange Frauen sich sagen lassen „Du hast blaue Flecke, er auch“, wenn sie sich gegen Gewalt wehren, solange sie sich sagen lassen: „Sei froh, dass Du überhaupt etwas bekommst, Du bist ja nicht einmal Mutter“, wenn sie nach einem prekären Berufsleben vor die eheliche Tür gesetzt werden, solange wir auf uns selbst projezieren, wir seien schlechte, verdorbene, verschlingende, manipulative Frauen, Menschen und Mütter, solange wir einander nicht die Hand reichen, sondern auseinander dividieren lassen, solange wir glauben unser Recht auf Menschenwürde „gut verpacken und verkaufen“ zu müssen, statt dafür klar, direkt und ohne Umwege und miteinander einzustehen, solange wird sich auf diesem Planeten nichts ändern.

Und das hat mit narzistisch-egozentrierter „Selbstverwirklichung“ nichts zu tun, es geht hier um Lebensnotwendigkeiten, um Gerechtigkeit und Menschenwürde.

* Teile und Herrsche

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Ergänzungen:
„Analysen der Berufe zeigen typische Mechanismen: immer dann, wenn ehemals den Frauen zugeordnete Berufe zu einer Männerprofession wurden, erhöhte sich der Status dieser Berufe, während der umgekehrte Prozeß, bei dem ein ehemaliger Männerberuf zu einem Frauenberuf wurde, immer zu einer Statusminderung des neuen Frauenberufes führte (Gildemeister, Wetterer, 1993). “ – was mit einem Absinken der Löhne, Gehälter und Honorare einhergeht und gegangen ist. Beispiel – Architekten/-innen http://library.fes.de/fulltext/asfo/00545002.htm

Die Abwertung eines Berufes als „Frauenberuf“ führt direkt über den Statusverslust zu geringerer Bezahlung – Beispiel: „Der Chef des Berliner Unfallkrankenhauses Axel Ekkernkamp befürchtet eine Abwertung des Arztberufs, wenn vor allem Frauen im Arztberuf arbeiten. “ „Zum anderen wird davor gewarnt, dass Männer in andere Tätigkeitsbereiche abwandern, die bessere Karrierechancen und vor allem bessere Gehälter versprechen, und der Beruf des Arztes oder Richters so an gesellschaftlichem Ansehen verliert.“ http://www.boeckler.de/43284_43293.htm

„Gerade im Alter zwischen 30 und 50 Jahren werden viele Frauen zunehmend vom Einkommen ihres Partners oder staatlichen Transferleistungen ökonomisch abhängig und können trotz beruflicher Qualifikation und hoher Motivation ihren Lebensunterhalt nicht erwirtschaften“, schreiben die Autoren der Studie.

Nur zehn Prozent der Frauen dieses Alters und nur sechs Prozent der verheirateten Frauen haben ein eigenes Nettoeinkommen von über 2000 Euro, bei den Männern sind es 42 Prozent. Die Spanne zwischen den Bruttostundenlöhnen von Frauen und Männern wächst in dieser Altersgruppe von neun auf 27 Prozent an – auch deshalb, weil nur noch 39 Prozent der Frauen in Vollzeit erwerbstätig sind.“
http://www.welt.de/politik/deutschland/article153425567/Frauen-fuerchten-existenzielle-Abhaengigkeit-im-Alter.html

Empfehlung: http://www.mathilde-frauenzeitung.de/archiv%281%29/084-02amanfang.html

Fazit: Höhere Einkommen sichern gesellschaftlichen Status, Ansehen, Macht und Einfluß. Es ist ein Vorurteil, dass die Unterschiede und Ungleichheiten hier mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Begabungen der Geschlechter begründet werden können. Es geht um eine Absicherung patriachaler Macht innerfamiliär, wie gesellschaftlich. Solange Frauen hier auf das Prinzip Hoffnung setzen, statt auf Solidarisierung (Nachtrag: Und Kampf, danke MD), solange wird sich daran nichts ändern.

Statt Blumen

Liebe Freundinnnen/e der Dorettes, in zwei Tagen ist es soweit – ich werde tatsächlich ein halbes Jahrhundert. Das ist auf diesem Planeten und unter den Umständen des Lebens gar nicht so selbstverständlich und aus mir allein heraus nicht zu erklären. Als erstes ist das Privileg meiner Geburt in einem reichen Land anzuführen, der Zugang zu geistiger Nahrung, wie die Stillung meiner Grundbedürfnisse und der Zugang zu seelischer Nahrung. Die Gemeinschaft mit Menschen und Familie, das Treffen auf Lehrer in persönlicher Weise, wie in ihren Werken in Form von Kunst, Musik und Büchern. Auch wenn mir nicht alle, die mich bestärkt und beeinflußt haben, persönlich ganz nahe kamen, so habe ich doch gelernt, dass ich in jeder Begegnung lernen kann. Vielen Dank! Ich weiss es ist sehr eitel, sich zum Geburtstag etwas zu wünschen, aber wenn Ihr Lust habt und könnt, spendet doch einfach hier etwas:
http://www.mgh-wassertor.de/

Perlen vom 19.10.2012

Weil nicht sein kann, was nicht sein darf: http://www.spiegel.de/politik/ausland/spaniens-polizeichef-will-bilder-von-polizei-pruegel-verbieten-a-862252.html

http://www.youtube.com/watch?v=Kkrx42s4Qbc&feature=youtu.be&a Wenn Spanien das durchdrückt, wird das scheibchenweise in ganz Europa Nachahmer finden.  (Lilly H.)

Das moderne Opium für’s Volk ist der Konsum, der längst den Platz der Religiosität (Stichwort Markenreligion) eingenommen hat, ein Lieblings-Blog der sich kritisch und kreativ damit auseinenandersetzt ist konsumpf.de (immer lesenswert). Heute mit einem Beitrag zum Medienkonsum und den abartigen Castingshows und ihren (normierenden und abrichtenden) Folgen. Castingshows wiederholen und verstärken in meinen Augen (SR) das gesellschaftliche Klima der Konkurrenz und kommen öffentlichen Mobbingveranstaltungen sehr nah, hier wird vorgemacht, was in Kinderzimmern, Schulen, auf der Strasse und an den Arbeitsplätzen nachgemacht wird.

Das immer noch lesenwerte Buch von Sloterdijk „Kritik der zynischen Vernunft“ wird hier ein wenig von Sjoerd van Tuinen vorgestellt. In seinem Werk unterscheidete Sloterdijk den Zynismus der Herrschenden, der sich auch in ihrem Zynischen Lachen ausdrückt, von der Satire der „Beherrschten“, die aber zwei Seiten einer Medaille sind…

Log In  ZDF nachgucken Gerald Hüther, Mrs. Sarrazin im Gespräch

Perlen vom 16.10.12

So sieht’s aus…So sieht's aus

Die Initiative „Schule im Aufbruch“ (u.a. Prof. Gerald Hüther) fordert und fördert eine Bildungsrevolution von unten.
„’Jede Art von Verunsicherung, von Angst und Druck erzeugt in ihrem Gehirn eine sich ausbreitende Unruhe und Erregung.‘ Um effektiv zu lernen, müssen Kinder Spaß daran haben – diese Binsenweisheit wird durch die Hirnforschung bestätigt. Nur wie setzt man das um?“ http://www.cicero.de/salon/die-bildungsrevolution-von-unten/52019
Alternative (Privat)schulen sind sicher nicht die Lösung, aber eine Möglichkeit voranzugehen.

Change.org weist auf ihre Petition hin, die sich gegen Ausnahmen für Grossverbraucher bei der Ökoumlage auf Energie richtet – die Mehrkosten zahlt natürlich der Verbraucher. Wobei sich bereits 600.000 Haushalte in Deutschland Energie überhaupt nicht mehr leisten können…