Perle des Tages | Der Begriff der Schönheit, des Eros im Zusammenhang mit Diotima, Sokrates und Platon


„Dabei wird aber das Schöne nicht als solches erstrebt. Der erotische Drang ist nicht Liebe zum Schönen, sondern ein Drang zum Zeugen und Hervorbringen im Schönen. Das Sterbliche strebt nämlich nach Unsterblichkeit. Mittels der Fortpflanzung können Sterbliche etwas von sich hinterlassen und so eine Dauerhaftigkeit erreichen, mit der sie gewissermaßen am Unsterblichen teilhaben. Analog dazu ist auch das Hervorbringen dauerhafter geistiger Werte, etwa in der Dichtung oder der Gesetzgebung, eine Art von Zeugung, die „unsterblichen“ Ruhm verschafft.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Diotima

Entzündung der Schöpferkraft im Sinne der „Italienerinnen“, feministischen Theoretikerinnen – sie nennen sie das weibliche Begehren, aus einem Text von Antje Schrupp:
„Die Philosophin Chiara Zamboni hat das einmal in einem wunderschönen Bild so ausgedrückt: Es ist, so schreibt sie, unsere Seele, die unser Begehren hütet, unsere Seele fühlt sich von den kleinen Funken der Qualität, die manchmal in unserer Umgebung aufblitzen, angezogen, sie ist leidenschaftlich, und sie liebt maßlos. Wenn wir ständig Dinge tun, die nichts mit unserem Begehren zu tun haben, die ihm vielleicht sogar entgegenlaufen, dann langweilt sich unsere Seele, und sie geht weg. Aber wir selbst merken das unter Umständen nicht einmal. Denn die Seele steht sozusagen hinter uns, und sie blickt uns über die Schulter. Die anderen können sie sehen, wir selbst aber nicht. Ob unsere Seele also noch bei uns ist, ob wir unserem Begehren folgen, oder ob wir nur mechanisch tun, was von uns erwartet wird, oder was unsere Vernunft uns einredet, das sehen nur die anderen.“ http://www.antjeschrupp.de/starke-frauen-aeltere-fassung

14.09.2015 | Barbara Sichtermann hat den Theodor-Wolff-Preis für Ihr Lebenswerk erhalten

Die Texte, Aufsätze, Bücher und Artikel von Barbara Sichtermann haben mein Frauen-Leben ermutigend und unterstützend begleitet – nicht zuletzt das „Lesebuch für Rabenmütter„, das ich jungen Müttern empfehlen kann. Allein die Entlastung, die aus der Auseinandersetzung damit verbunden war, hat bei mir dazu geführt, dass ich letztlich einen viel liebevolleren und besseren Umgang mit mir und meinem Kind finden konnte.
Hier eine Würdigung Barbara Sichtermanns:
http://www.emma.de/artikel/theodor-wolff-preis-fuer-barbara-sichtermann-330557

12.09.2015 | Perle des Tages: 9 Stufen Konflikteskalationsmodell nach Friedrich Glasl

Am 11. und 12.09.2015 konnte ich an einem Seminar „konstruktiv streiten lernen“ bei Frau Sandra Fanroth teilnehmen. Ein Kernpunkt war für mich ein besserer Zugang zum Erkennen von Konfliktdynamik, vielen Dank, Frau Fanroth. Agentur für Weltrettung

Um ein besseres Verständnis für die destruktive Entwicklung von Konflikten zu gewinnen, bietet das 9 Stufen Konflikteskalationsmodell von Friedrich Glasl einen guten Ansatz.

Eskalation und Deeskalation – noch nie war Konfliktforschung so wertvoll und notwendig, wie heute:

Die Dramatik, die in der „9 Stufen Konflikteskalation“sanalyse nach Friedrich Glasl aufgedeckt wird, ist, dass innerhalb der Dynamik der ersten 4 Stufen (bis zu Stufe 4 –  der Bildung von Koalitionen – „soziale Ansteckung“ / es werden Verbündete gesucht und ins Boot geholt) die Energie für Empathie für den/die andere/n verloren geht und ein Ausstieg aus dem Konflikt nur noch schwer möglich wird, denn die Möglichkeit zur Einfühlung ist die Voraussetzung dazu. Es findet eine Entmenschlichung statt, der andere/die andere wird entwertet – dumm, krank, unfähig. Der Ausstieg wird schwierig bis unmöglich, weil ein Gesichtsverlust ab diesem Punkt befürchtet wird und eine Umkehr (ohne Eingriff von aussen und auch dann) nur noch schwer möglich ist.

Dieses Modell läßt sich sowohl im privaten, wie im öffentlichen Bereich in Konfliktsituationen anwenden. Erschreckend ist auch, dass der Anlass nichtig sein kann und allein Kopfkino am Anfang auf einer Seite genügt, so einen Prozess in Gang zu setzen. Dass heisst, es genügt eine Person (die einen Konflikt nicht anspricht oder sich auf innere Gedankenwege zurückzieht), um die Lawine bis zur gegenseitigen Zerstörung in Gang zu setzen. Zum Beispiel im Büro – Warum grüßt H. mich plötzlich nicht mehr? (In Wirklichkeit ist H. in Trauer, weil H. einen Verlust erlitten hat).

Ein Einstieg: https://de.wikipedia.org/wiki/Konflikteskalation_nach_Friedrich_Glasl