10.11.2016 | Die Illusion des Normalen

Die Tyrannei der Normalität lebt von der grossen Illusion der ewigen Weiterexistenz des Normalen und der Flüchtigkeit des Aussergewöhnlichen, dabei wird es wohl eher umgekehrt sein, denn das Normale ereignet sich nicht. Es ist nur der Hintergrund für das Eigentliche. Im Grunde existiert das Normale nicht, denn es hat keine Substanz. Die Frage nach der Ewigkeit stellt sich erst im Angesicht der Unwiederholbarkeit eines Menschen und wer da genauer hinsieht, kann die Aussergewöhnlichkeit eines jeden Menschen gewahren. Dann kommen in hellen Momenten, sogar hinter dem Schleier der wohlanständigen Normalität all der Normopathen, die längst vergessenen lebendigen Farben zum Vorschein und an diese einmaligen Färbungen erinnert man sich, wenn man sich an Menschen erinnert.
Prof. Dr. Manfred Lütz, Psychiater und Philosoph, Irre wir behandeln die Falschen

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